Was ist eine Lese- Rechtschreibstörung?

Die Ursachen einer Lese- und/oder Rechtschreibstörung sind genauso vielfältig
 wie ihre Erscheinungsformen. Präzise bestimmt werden kann die Ausprägung einer LRS nur durch eine umfassende diagnostische Testung.

 Symptome, auf die man achten sollte:

  • Das Kind lehnt das Schreiben und Lesen ab.
  • Die Anzahl der Rechtschreibfehler vermindert sich auch bei vermehrtem Üben kaum.
  • Das Lesen bleibt trotz großer Anstrengung fehlerhaft und holprig.
  • Die Anzahl der Fehler nimmt vor allem beim freien Schreiben stark zu.
  • Das Erlernen einer Fremdsprache bereitet in den meisten Fällen Probleme.
  • Auch beim Abschreiben schleichen sich Fehler ein.
  • Deutsch wird mit der Zeit als Unterrichtsfach abgelehnt.

THERAPIeABLAUF

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Kinder mit Legasthenie am meisten von einer spezifischen Therapie profitieren, die auf ihre individuellen Bedürfnisse (Stärken und Schwächen) zugeschnitten ist.

  

Das bedeutet, dass der Therapeut vor dem Beginn der Therapie das individuelle Leistungs- und Persönlichkeitsprofil des betreffenden Kindes kennen muss, damit die Therapie tatsächlich an den Kernproblemen ansetzen kann.

 

Eine Legasthenie-Therapie bzw. Lese- und/oder Rechtschreib-Therapie fokussiert auf der kombinierten Vermittlung von diagnostischen und therapeutischen Kompetenzen, um eine größtmögliche Effektivität und Nachhaltigkeit gewährleisten zu können.

  

Zur Anwendung kommen ausschließlich evidenzbasierte, wissenschaftlich anerkannte Förderprogramme bzw. Übungsmaterialien, wie z.B. das Marburger Rechtschreibprogramm, Würzburger Orthografisches Rechtschreibtraining, etc...

 

Der Therapieumfang gestaltet sich grundsätzlich je nach den individuellen Anforderungen, jedoch kann in der Regel zunächst von ca. 40 Therapiestunden ausgegangen werden. 
Die Arbeits- und Lehrmaterialien werden gestellt.

Qualitätskriterien

Um sich im dichten Dschungel der Angebote orientieren zu können, sind folgende Qualitätskriterien hilfreich:
 

Ausbildung der Therapeutin

Eine spezifische, wissenschaftlich orientierte Ausbildung der Therapeutin ist die Grundvoraussetzung für eine qualitativ hochwertige LRS-Therapie.
 

Diagnostik

Der Ausgangspunkt für eine LRS-Therapie ist eine fundierte Förderdiagnostik. Darauf baut ein individuelles, kindzentriertes Förderkonzept auf. Eine Verlaufsdiagnostik, also eine Überprüfung der Lese-Rechtschreibleistung nach einem vereinbarten Zeitraum, ermöglicht eine individuelle Anpassung an den erreichten Lernstand des Kindes.
 

Symptom-Orientierung

Lesen und Schreiben lernt man nur durch Lesen und Schreiben!
Unter Berücksichtigung der individuellen Fähigkeiten und Möglichkeiten des Kindes werden die Lesefähigkeiten Schritt für Schritt aufgebaut. Im Bereich der Rechtschreibung lernen die Kinder, Einsicht in das System der Schriftsprache zu erwerben. Je nach Alter und Entwicklungsstand im Schriftspracherwerb des Kindes wird lauttreues Schreiben entwickelt und orthografisches Wissen erworben.
 

Methoden

Es sollten nur jene Methoden zur Anwendung kommen, deren Wirksamkeit belegbar ist. Effiziente Therapieansätze sind derzeit einerseits das Training der phonologischen Bewusstheit als Basiskompetenz für den Schriftspracherwerb und andererseits symptomorientierte Verfahren.

Die betroffenen Kinder erarbeiten sich mittels geeigneter Methoden:

  • die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Schriftspracherwerb
  • schriftsprachbezogene Lösungsstrategien
  • das Einschleifen und Festigen von Lese- und Rechtschreib-Routinen